Die Natur ist der größte Vermögenswert Europas – doch keiner ihrer wichtigsten Dienste ist heute wirklich handelbar.
Wir stehen an einem historischen Wendepunkt. Während Unternehmen durch die kommende CSRD-Berichtspflicht und globale Frameworks wie TNFD zunehmend naturbezogene Risiken ausweisen müssen, wächst die Nachfrage nach Biodiversitäts- und Nature Credits rasant. Doch wer heute in Natur investieren will, betritt einen Markt, der eigentlich keiner ist.
Es fehlt nicht an gutem Willen und es fehlt nicht an Kapital. Was fehlt, ist die Infrastruktur.
Der Status Quo: Ein Markt voller Inseln
Aktuell ist der europäische Markt für Nature Credits komplett fragmentiert. Es gibt keine einheitlichen Standards, keine zentralen Register und keine Preistransparenz. Das führt zu einem paradoxen Zustand:
- Für Unternehmen ist der Markt risikobehaftet (Stichwort: Greenwashing).
- Für Landnutzer (Land- und Forstwirte) ist es fast unmöglich, ihre Leistungen für das Ökosystem zu monetarisieren.
Der Markt ist klein, teuer und ineffizient – und deshalb blockiert. Die existierenden Lösungen sind oft nationale Piloten oder Kleinst-Plattformen, die untereinander nicht kompatibel sind („Insellösungen“).
Warum wir jetzt handeln müssen
Das politische Fenster öffnet sich gerade. Die EU kündigt für 2025 die „Nature Credits Roadmap“ an, mit dem Ziel, bis spätestens 2030 einen regulierten Markt zu schaffen.
Wir befinden uns in einem „Goldrush-Moment“, kurz bevor die Claims abgesteckt werden. Der Markt wird entstehen – die Frage ist nur, auf welchem Fundament er stehen wird. Konservative Schätzungen gehen von einem Marktvolumen von 80 bis 150 Milliarden Euro jährlich bis 2035 aus. Ein solcher Markt kann nicht auf Excel-Listen und Vertrauensvorschuss basieren.
Mehr als nur ein „Shop“: Wir brauchen das „Euroclear“ für die Natur
Ein funktionierender Marktplatz ist mehr als eine Website, auf der Projekte gelistet werden. Europa braucht eine digitale Kerninfrastruktur, die vergleichbar mit Open Banking oder Clearing-Häusern im Finanzsektor ist.
Bei Nature to Tech sind wir überzeugt, dass vier Schichten nahtlos ineinandergreifen müssen, damit dieser neue Markt funktioniert:
Governance: Ein unabhängiger Standardbeirat und Auditnetzwerke sorgen für die nötige Sicherheit.
Fazit: Vom Wildwuchs zur Asset-Klasse
Märkte scheitern ohne Infrastruktur. Damit Naturkapital eine verlässliche Asset-Klasse wird, müssen wir den Übergang von manuellen, unsicheren Prozessen zu einer technologiegestützten, skalierbaren Plattform schaffen.
Wir bauen diese Infrastruktur, bevor die Regulierung greift – damit Europa bereit ist, wenn Natur endlich den Wert bekommt, den sie verdient.
Willkommen bei Nature to Tech.
Der Marktplatz (Matching): Hier finden Angebot und Nachfrage transparent zusammen, was eine echte Preisbildung erst ermöglicht.
Die Registry (Clearing Layer): Das Herzstück der Integrität. Wir müssen den Lebenszyklus jedes Credits tracken, um „Double-Counting“ zu verhindern und EU-Compliance sicherzustellen.
MRV-Infrastruktur (Monitoring, Reporting, Verification): Vertrauen durch Technologie. Statt manueller Stichproben brauchen wir Satellitendaten, KI und automatisierte Verifikation, um den tatsächlichen Impact auf die Biodiversität zu beweisen.
